Mit dem Pedelec sicher unterwegs

Veröffentlicht am 31.08.2017

Pedelec-Fahrer beim Beraten über Ihre Strecke

Verkehrsclub Deutschland VCD gibt Tipps zum E-Radfahren

Durch’s Erzgebirge radeln ohne aus der Puste zu geraten? Oder, wie früher,  wieder mal eine längere Radtour entlang der Elbe unternehmen? Mit Pedelecs, auch Elektro-Fahrräder genannt, ist das auch im Alter noch gut möglich.

Pedelecs gleichen herkömmlichen Fahrrädern, verfügen aber dank ihres Elektro-Antriebs über einen „eingebauten Rückenwind“, der Ihnen gerade bei Steigungen oder auf längeren Strecken zusätzliche Kraft und Ausdauer verleiht. Sobald in die Pedale getreten wird, unterstützt Sie der Elektromotor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h.

Rechtlich zählen E-Räder  zu den Fahrrädern und benötigen somit keine spezielle Fahrerlaubnis. Bei den Fahreigenschaften gibt es jedoch Unterschiede zum herkömmlichen Fahrrad. Der ökologische Verkehrsclub VCD gibt daher Tipps zum sicheren Umgang mit dem Pedelec und bietet Hilfestellung beim Pedelec-Kauf. Pedelecs gibt es in den verschiedensten Ausführungen und Modellvarianten – von schnittigen Tourenrädern bis zu Rahmenformen mit tiefem Einstieg. Um ein passendes E-Rad für Ihre persönlichen Bedürfnisse zu finden, sollten Sie sich vor einem Kauf gut informieren und umfassend beraten lassen – am besten von einem Fach-Händler. Im Hinblick auf die Gewährleistung und die regelmäßige Wartung ist es von Vorteil, das Pedelec bei einem Händler vor Ort zu kaufen. Testen Sie vor einem Kauf in jedem Fall bei einer Probefahrt ausgiebig die Räder, die für Sie in Frage kommen. Das hilft Ihnen, das richtige Modell für Ihre individuellen Ansprüche und Bedürfnisse zu finden. Für Menschen, die sich aufgrund von Gleichgewichtsstörungen oder körperlichen Einschränkungen auf einem Zweirad unsicher fühlen, bieten sich Elektro-Dreiräder an. Das dritte Rad sorgt für das Gleichgewicht beim Fahren, aber auch beim Stehen. Das höhere Gewicht des Dreirades und der erhöhte Rollwiderstand werden durch die Elektro-Unterstützung mehr als wettgemacht. Eine Übersicht über altersgerechte E-Dreiräder finden Sie unter www.e-radfahren.vcd.org/e-dreiraeder.

Bevor Sie zur ersten „richtigen“ Fahrt starten, nehmen Sie sich die Zeit, sich mit Ihrem Pedelec vertraut zu machen und üben Sie erst einmal in einer sicheren Umgebung – etwa auf einem großem Parkplatz oder einer wenig befahrenen Straße. Durch Motor und Akku ist ein E-Rad schwerer als ein Fahrrad, was sich auch beim Fahren bemerkbar macht. Darüber hinaus wird das Fahrgefühl von der Position des Motors am Rad und den verwendeten Sensoren, die die Art der Unterstützung bestimmen, beeinflusst. Die wohl größte Umstellung liegt darin, dass Sie einfacher und schneller höhere Geschwindigkeiten erreichen können. Ein erhöhtes Tempo erfordert eine schnelle Reaktionszeit und die volle Aufmerksamkeit beim Fahren. Pedelecs verfügen meist über Bremsen mit einer höheren Bremskraft, als man sie bei herkömmlichen Fahrrädern gewohnt ist. Um ein Gespür für das richtige und sichere Dosieren der Bremskraft zu erhalten, sollten Sie auch Bremsmanöver zunächst in sicherer Umgebung üben.

Autofahrer können Pedelecs kaum von herkömmlichen Fahrrädern unterscheiden und unterschätzen daher leicht deren Geschwindigkeit. Deshalb gilt: Fahren Sie mit dem Pedelec stets vorausschauend und passen Sie Ihre Geschwindigkeit den jeweiligen Umständen an. Seien Sie insbesondere an Kreuzungen und Vorfahrtsstraßen achtsam. Immer wieder geschehen Unfälle durch rechtsabbiegende Kraftfahrer, die Radfahrer übersehen, die neben oder schräg hinter ihnen fahren. Vor allem dann, wenn der Radfahrer sich im Toten Winkel befindet. Fahren Sie deshalb insbesondere bei Lkw und Bussen hinter dem Fahrzeug und lassen Sie es den Kreuzungsbereich verlassen, bevor Sie weiterfahren.

Halten Sie zudem einen Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter zu parkenden Autos. Geben Sie anderen Verkehrsteilnehmern klare Handzeichen, wenn Sie abbiegen, wenden oder die Fahrspur wechseln möchten, und machen Sie in jedem Fall den Schulterblick. Und achten Sie darauf, dass Ihr Pedelec verkehrssicher ausgestattet ist – mit funktionierenden Bremsen, Reflektoren und funktionierender Lichtanlage. Durch Accessoires wie Reflektorbänder erhöhen Sie Ihre Sichtbarkeit zusätzlich.


Pedelec-Kurse für sicheres E-Radfahren

Sie spielen mit dem Gedanken, sich ein Pedelec zu kaufen, würden aber vorher gern testen, ob ein E-Rad tatsächlich das Richtige für Sie ist? Sie haben ein neues Pedelec, sind jedoch länger nicht mehr Fahrrad gefahren und brauchen etwas Unterstützung beim Wiedereinstieg? Sie fahren schon länger mit Ihrem E-Rad, fühlen sich jedoch in manchen Situationen unsicher und möchten zusammen mit Gleichgesinnten Ihre Fahrpraxis verbessern? In diesen Fällen kann ein Pedelec-Kurs hilfreich sein. Hier haben Sie die Möglichkeit, in der Gruppe unter Leitung eines erfahrenen Radlehrers Ihre Fähigkeiten in einem geschützten Rahmen zu trainieren. Häufig bieten lokale Verkehrswachten und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Radfahrkurse für Erwachsene an – fragen Sie bei sich vor Ort nach, ob es auch ein Angebot für Pedelecs gibt. Eine Übersicht über angebotene Kurse sowie weitere Informationen rund um das Thema Pedelec finden Sie auf der Internetseite des VCD-Projekts „Pedelec statt Auto – aber sicher!“ unter www.e-radfahren.vcd.org.

Tipps zum E-Rad-Kauf gibt der VCD unter www.e-radkaufen.de

 

Anna Fehmel, VCD
Foto: www.flyer.ch | pd-f