Gedicht des Monats

Grünes Feld mit Tau in der Morgensonne

Frühling, Frühling...

wie wir doch alle darauf warten!

Besser als Wofgang Prietsch im folgenden Gedicht kann man unsere Erwartungshaltung nicht beschreiben.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die Einsendung seiner Zeilen.

Frühlingsmorgen am See

Klarheit blau, Synonym Ferne.        
Luftmeer, wie unberührt heut,    
greif ich nach dir,
ich hab nichts in der Hand,
kühl aber auf meiner Haut,
weicher und zarter als Wasser,
fühlbare Wirklichkeit.
Ich bin eingetaucht,
unabdingbar atmen,
erfrischend wie Wasser aus Dorfbrunnen,
tief aus der Erde, aus den Weiten des Landes.
Geht in mich ein,
was leicht, fast unwägbar ist.

Wie ein Sommertag
dieser Morgen, Aprilmitte,
wäre die Kühle nicht.
Lichtfülle.
Auf Dächern das Weiß von Tau:
Frostkalt noch des Frühlings Nächte.
Doch die Tage
hellgrün im Licht und jung.
Neu aufkommend: „Es werde“.
Der Blätter, der Knospen Formenvielfalt.

Wolfgang Prietsch