Komm lieber Mai ...

blaue Veilchen auf einer Wiese

Nach dem kältesten April seit 40 Jahren freuen wir uns nun wohl alle auf den Mai...

Deswegen veröffentlichen wir heute das wohl bekannteste Mai-Gedicht. Fast jeder kennt zumindest einige Zeilen und kann sogar die Melodie summen. Also lassen Sie uns gemeinsam summen und ihn begrüßen den Wonnemonat... "Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün..."


Komm, lieber Mai, und mache
die Bäume wieder grün
und lass mir an dem Bache
die kleinen Veilchen blühn!
Wie möchte ich doch so gerne
ein Veilchen wieder sehn,
ach, lieber Mai, wie gerne
einmal spazieren gehn!

Zwar Wintertage haben
wohl auch der Freuden viel:
man kann im Schnee eins traben
und treibt manch Abendspiel,
baut Häuserchen von Karten,
spielt Blindekuh und Pfand,
auch gibt's wohl Schlittenfahrten
aufs liebe freie Land

Doch wenn die Vögel singen
und wir dann froh und flink
auf grünem Rasen springen,
das ist ein ander Ding!
Jetzt muss mein Steckenpferdchen
dort in dem Winkel stehen,
denn draussen in dem Gärtchen
kann man vor Schmutz nicht gehn.

Am meisten aber dauert
mich Lottchens Herzeleid,
das arme Mädchen lauert
recht auf die Blumenzeit.
Umsonst hol ich ihr Spielchen
zum Zeitvertreib herbei,
sie sitzt in ihrem Stühlchen
wie's Hühnchen aus dem Ei.

Ach, wenn's doch erst gelinder
und grüner draußen wär!
komm, lieber Mai, wir Kinder,
wir bitten gar zu sehr!
O komm und bring vor allem
uns viele Veilchen mit,
bring auch viele Nachtigallen
und schöne Kuckucks mit.

Volkslied aus dem 18. Jahrhundert
Text: Christian Adolf Overbeck (1775 , "Fritzchen an den Mai")
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart (1791)