Lärmproblematik am Sachsenring

Mann mit Finger vorm Mund - bittet um Stille

Ortstermin Petitionsausschuss
Am 26.06.2020 trafen sich zum nunmehr zweiten Ortstermin Vertreter von Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages mit Petenten zur Lärmproblematik des Verkehrssicherheitszentrums am Sachsenring.


Diese hatten sich bereits im September 2018 an den Ausschuss gewandt mit der Bitte, dem Dauerlärm durch die nahezu täglichen Rennveranstaltungen mit Motorrädern und Pkw im VSZ Einhalt zu gebieten und die Untätigkeit der zuständigen Behörden zu beenden. Anliegen der Petition sind insbesondere die Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen in Rechtsprechung und Technik. Einerseits wird die Art und Weise der ständigen Lärmmessungen kritisch gesehen.

Für diese sehen die Petenten schwerpunktmäßig den Bezug auf die am stärksten lärmbelasteten Grundstücke, da diese auf Grund von Geldzuwendungen an mindestens neun Anwohner beim Lärm unberücksichtigt bleiben. Zu den Kernforderungen gehören andererseits die Beschränkung auf den Rennbetrieb mit Fahrzeugen, die dem aktuellsten Stand der Technik zur Lärmentwicklung entsprechen sowie die konsequente Unterbindung von Überschreitungen der zulässigen Lärmwerte, welche bereits auch in diesem Jahr wieder zu verzeichnen sind.

Am Ortstermin nahmen unter anderen die Vorsitzende des Petitionsausschusses, Simone Lang (SPD), der nunmehrige Bearbeiter der Petition, Frank Richter (parteilos), weitere Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitiker, Vertreter des Umweltministeriums und der Landesdirektion sowie Unterzeichner der Petition teil. Während der Beratungen konnten die angereisten Gäste zumindest zeitweise den in Grundstücken an der Friedrich-Engels-Straße in Hohenstein-Er. auftretenden brutalen Lärm infolge Renn- und Drifttrainings an der „Großen Kuppe“ deutlich wahrnehmen.
Seitens der anwesenden Petenten wurden die Standpunkte nochmals erläutert und vertieft. Unverständnis und Empörung wurden vor allem hinsichtlich der Untätigkeit und Ignoranz der Behörden in Bezug auf die ständigen Lärmbeschwerden der Anwohner zum Ausdruck gebracht. Im Gegensatz dazu wurde erkennbar, dass seitens der kritisierten Stellen keinerlei Ansatzpunkte erkennbar wurden, die einer Entlastung der Lärmproblematik Rechnung tragen können.
Zum Abschluss des Ortstermines wurden durch den Bearbeiter Frank Richter Prüfungsaufträge vor allem an Umweltministerium und Landesdirektion statuiert, mit denen weitere Möglichkeiten zu Verbesserung des Lärmschutzes, Positionierung der Lärmmesstechnik im VSZ und Ausgestaltung der Messmethoden dargelegt werden sollen. Eine Aussage zum weiteren Zeitablauf der Petitionsbearbeitung erfolgte durch die Vertreter des Petitionsausschusses nicht.

Spendenaktion
Im Februar dieses Jahres startete die Bürgerinitiative gegen Lärm am Sachsenring einen Aufruf zur Spendensammlung. Mit dem Geld soll in Zusammenarbeit mit dem BUND Sachsen eine rechtliche Prüfung finanziert werden, inwieweit der tägliche Rennbetrieb im Verkehrssicherheitszentrum Sachsenring den aktuellen Gegebenheiten und Anforderungen des Lärmschutzes entspricht. Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie wurden mehrere tausend Euro von lärmbetroffenen Anwohnern gespendet.
Allen bisherigen Spendern sei an dieser Stelle ein besonderer Dank ausgesprochen.

Die vorhandenen Mittel decken die zu erwartenden Kosten eines Rechtsbegehrens allerdings noch nicht vollständig. Die Bürgerinitiative wird deshalb unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung im Zusammenhang mit der Corona-Krise voraussichtlich im August 2020 nochmals zu einer Spendenaktion aufrufen.
Unabhängig davon kann natürlich auch derzeit gespendet werden.

Spendenkonto und nähere Informationen dazu können auf der Website des BUND Sachsen abgerufen, dem im Februar verteilten Flyer entnommen oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erfragt werden.