Ganzfeld-Lichtinstallation
Veröffentlicht am 09.12.2025
Größte permanente Ganzfeld-Lichtinstallation von James Turrell eröffnet
In Oelsnitz/Erzgeb. wurde am 28.11.2025 die neue permanente und raumumfassende Lichtinstallation „Beyond Horizons 2025“ von James Turrell eröffnet.
Zum Abschluss des Kulturhauptstadtjahres ist die Arbeit des US-amerikanischen Künstlers der glanzvolle Höhepunkt des Kunst- und Skulpturenweges PURPLE PATH, eines der großen Hauptprojekte der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025.
Das speziell für eine brachliegende Industriehalle auf dem Gelände eines ehemaligen Steinkohlebergwerks in Oelsnitz/Erzgeb. konzipierte Werk „Beyond Horizons 2025“ bietet ein einmaliges Lichterlebnis: Besucher:innen werden Teil einer schattenlosen Installation aus farbigem Licht, die das Gefühl von Zeit und Raum aufzulösen scheint. Die Arbeit knüpft an Turrells kontinuierliche Erforschung von Licht, Raum und Wahrnehmung an und ist das bislang größte, permanente „Ganzfeld“ des international renommierten Künstlers.
Die dreischiffige ehemalige Industriehalle, die dem Lichtraum als Ausstellungsgebäude dient, wurde vom Büro H2 ARCHITEKTUR by hendrik heine aus Lichtenstein im Auftrag der Stadt Oelsnitz/Erzgeb. transformiert und formuliert eine vollständig neue Idee der Denkmalpflege. Dafür wurde das Stahlskelett der ehemals 1.600 Quadratmeter großen Halle abgetragen, restauriert und samt Kranbahn neu aufgerichtet.

Für die Baumaßnahme zur Transformation der Halle erhielt die Stadt Oelsnitz/Erzgeb. eine Förderung aus Landes- und Bundesmitteln, ausgereicht vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung. Staatsministerin Regina Kraushaar zeigt sich beeindruckt vom Ergebnis: „Aus einer ehemaligen Industriehalle entsteht mit der Lichtinstallation von James Turrell ein Ort für Weltkunst. Damit zeigt die Halle 18, dass im Erzgebirge eine ganz neuartige Kultur- und Tourismuslandschaft entsteht. Entlang des Purple Path ist hier in Oelsnitz ein Anziehungspunkt mit internationaler Strahlkraft entstanden, der auch die Geschichte des Bergbaus im Erzgebirge erzählt und damit auf ganz neue Weise die kostbaren Traditionen, die es hier gibt, bewahrt. Mit insgesamt 4,25 Millionen Euro unterstützen wir dieses Kunstwerk ganz bewusst. Ich danke den Partnern vor Ort! Gemeinsam schaffen wir neue Perspektiven für und auf die Region.“
Das Ganzfeld „Beyond Horizons 2025“
James Turrells Werktypus „Ganzfeld” bezeichnet immersive Lichtinstallationen, in denen durch homogenes, farbiges Licht und das Fehlen visueller Grenzen eine vollständige Auflösung räumlicher Orientierung entsteht. Der Begriff „Ganzfeld“ stammt aus der Wahrnehmungspsychologie und beschreibt einen Zustand, in dem das Auge keine Unterschiede oder Tiefeninformationen mehr wahrnimmt. Turrell nutzt dieses Prinzip, um das Sehen selbst als sinnliches und meditatives Erlebnis erfahrbar zu machen und die Wahrnehmung von Licht und Raum grundlegend zu verändern.
Das neue Werk besteht aus zwei miteinander verbundenen Bereichen in bisher einmaligen Umfang: dem sogenannten Viewing Space von 16 Metern Tiefe, 7,5 Metern Höhe und 10 Metern Breite sowie dem Sensing Space von 4 Metern Tiefe, 9,5 Metern Höhe und 11 Metern Breite. Der Viewing Space dient als erster Wahrnehmungsraum, in dem die Betrachtenden das Lichtfeld betreten und erleben, während der Sensing Space als räumlich offener Bereich die Auflösung von Wänden, Boden und Decke ermöglicht und den „Ganzfeld”-Effekt verstärkt. Das in zwölf Abschnitte gegliederte, speziell vom Künstler entworfene Lichtprogramm verändert sich über eine Stunde hinweg in Farbe und Intensität und ermöglicht den Betrachtenden eine kontinuierliche Raumerfahrung.
Zum Künstler
James Turrell (*1943) ist einer der bedeutendsten Land-Art-Künstler unserer Zeit. In einer Quäkerfamilie wuchs er in streng religiösen Verhältnissen auf. Im Zentrum des Glaubens der Quäker steht das innere Licht. Diese Idee speist die Arbeit James Turrells bis heute. Seine Arbeit an Lichträumen begann er 1966.
Seit den 1980er Jahren realisiert Turrell „Skyspaces“, begehbare Skulpturen, die im Spannungsverhältnis von Licht und Raum einen Blick in den Himmel freigeben. Seit den 1970er Jahren arbeitet der Künstler an seinem Hauptwerk, einem System von Räumen, Stollen und Schächten unter der Erde im „Roden Crater“, einem erloschenen Vulkankrater in der Wüste Arizonas.
Wichtige Arbeiten von Turrell wurden in Häusern wie dem Solomon R. Guggenheim Museum, New York oder auf der japanischen Kunst-Insel Naoshima installiert und gezeigt.
Fotos:
Beitragsfoto: Florian Holzherr
Foto 1: Natalie Bleyl
Foto 2: Florian Holzherr
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