Erstes Bunt

Ein See im Spätsommer

Diesen Monat haben wir ein schönes Gedicht von Wolfgang Prietsch für Sie ausgesucht.
Auch wenn der Sommer in diesem Jahr eher nicht sparsam war, haben wir doch in den letzten Tagen kühlere Nächte und das eine oder andere gelbe Blatt an den Bäumen bemerkt.
Die Frage ist, würden wir uns nochmal in den See trauen? 

Lesen Sie selbst ...

 

Erstes Bunt

Schon ist wieder der September da.
Am Waldrand ich sah
erste bunte Blätter.
Grüne Saat auf geerntetem Feld.
Herbstwetter.
Und ein kühler Wind weht über dem Land.
Kaum begonnen, schon wieder verschwand
eine kurze, sehr sparsame Sommerzeit.
Doch noch immer bereit
freundliches Sonnenlicht,
wärmt unser Gesicht,
wärmt Rücken, Arm und Bein.
Es kann doch nicht sein,
dass der Sommer vorbei schon wieder!
Sommerlieder
haben wir noch im Ohr,
großer Chor 
von Vogelstimmen und Windgesang.
Es erklang
eine zirpende Heupferd–Melodie,
ganz einfach, für uns bereit
zur Sommerzeit.

Der See liegt still an diesem Wochentag.
Ob ich es wag´? 
Ob es sich noch baden lässt?
Ich versuch´s 
und halte den Sommer
noch ein wenig fest.

Wolfgang Prietsch